Kontext
Das Etikett „japanische Mythologie“ umfasst frühe Hofchroniken, Schreintraditionen, buddhistische Erzählungen, lokale Legenden, darstellende Künste und spätere populäre Nacherzählungen. Das Kojiki, 712 zusammengestellt, und das Nihon Shoki, 720 abgeschlossen, sind grundlegende schriftliche Quellen für Geschichten der Kami, für die Ursprünge des Kaiserhauses und für die Entstehung der Inseln. Sie sind keine neutralen Mitschriften eines einzigen zeitlosen mündlichen Systems: Jeder Text hat seinen eigenen politischen, literarischen und rituellen Ort, und die Chroniken bewahren mitunter mehrere Fassungen derselben Episode.
Buddhismus und lokale Kami-Verehrung stehen zudem seit mehr als einem Jahrtausend miteinander in Austausch. Benzaiten etwa hat Wurzeln in der indischen Göttin Sarasvatī und hat sich in den religiösen Landschaften Japans tief verankert. Inari erscheint in bemerkenswert vielfältigen lokalen Formen, Zuschreibungen und Darstellungen. Die Porträtwand von Mythic Dream stellt diese Gestalten zur Navigation nebeneinander, doch ihre Datierungen, Gemeinschaften und rituellen Leben sollten nicht zu einem einzigen Ensemble eingeebnet werden.
Nacht, Traum und Tod
Amaterasus Rückzug in die himmlische Felsenhöhle gibt der Dunkelheit eine soziale und rituelle Dimension: Das Licht kehrt durch Versammlung, Handwerk, Aufführung und Neugier zurück. Tsukuyomi markiert einen anderen, mondbezogenen Strang, während Träume in der japanischen Religions- und Literaturgeschichte Offenbarung, Warnung, Sehnsucht oder poetische Ungewissheit tragen können. Die Themen dieser Seite sind ein enger nächtlicher Ausschnitt aus einem viel größeren Feld.
Die ersten Inseln und ihr Preis
Der Schöpfungszyklus und der Tod, der in ihm steckt: die Inseln geschaffen, das Feuerkind geboren, die Mutter an Yomi verloren. Das Kojiki erzählt dies als Ganzes; das Nihon Shoki führt den Abstieg nach Yomi nur als eine Variante unter mehreren.
Sonne, Mond, Sturm und Morgenröte
Drei Geschwister, in der Darstellung des Kojiki aus Izanagis Reinigung geboren, und die Tänzerin, deren Auftritt die Götter zum Lachen brachte, bis die Sonne heraussah, um den Grund zu erfahren. Fūjin und Raijin stehen für sich: Donner-Kami gibt es in den Chroniken, doch die vertrauten Gestalten dieses Paars — der Windsack, der Trommelkranz — stammen aus buddhistischer Tempelplastik und von bemalten Stellschirmen.
Wasser, Glück und lokale Verehrung
Reis, Gezeiten, Musik und wie man durchs Jahr kommt — angetroffen an zinnoberroten Toren, in Fischerhäfen und an Inselschreinen, wo buddhistische und Kami-Praxis seit langem zusammengehalten werden.












