

Zusammenfassung der Überlieferung
Mictlantecuhtli ist in den Nahua-Traditionen der Herr von Mictlan. Gemeinsam mit Mictecacihuatl regiert er das Totenreich. Seine Skelettbilder gehören zu einer Religion, die mehrere Ziele nach dem Tod kannte. Mictlan war keine christliche Hölle, und die Ankunft dort war nicht einfach eine Strafe für schlechte Taten.
Geschichten und Hintergründe
Kurze Nacherzählungen und Erläuterungen. Die Quellen stehen unten.
Erzählungen beschreiben eine beschwerliche Reise durch aufeinanderfolgende Regionen, bevor die Toten Mictlan erreichen. Sie kann vier Jahre dauern. Flüsse, Berge und schneidende Winde geben dem Weg eine Landschaft, statt den Tod als leere Dunkelheit zu belassen.
Mictlantecuhtli und Mictecacihuatl herrschen gemeinsam über das tiefste Ziel der Reise. Ihre Namen bezeichnen sie als Herrn und Herrin von Mictlan. Sie gehören zu einer bestimmten Nahua-Vorstellung vom Tod, nicht zu einer allgemeingültigen Karte des Jenseits.
In der Legende der Sonnen betritt Quetzalcoatl Mictlan, um Knochen einer früheren Menschheit zurückzuholen. Mictlantecuhtli stellt ihm eine Aufgabe und behindert anschließend seine Flucht. Aus den Knochen soll eine neue Generation von Menschen entstehen.
Skulpturen der Mexica zeigen Mictlantecuhtli mit sichtbaren Knochen und geöffnetem Mund. Diese eindringlichen Bilder machen den Tod in der religiösen Kunst gegenwärtig. Sie verwandeln ihn weder in einen Teufel noch erklären sie das Schicksal aller Verstorbenen.
Quellen und redaktioneller Stand
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